Ein Gärungstyp stellt die Spontangärung dar, welcher heute noch vorwiegend bei der Erzeugung von Brennmaischen aus Obst von Stoffbesitzern benutzt wird. Außerdem ist dies ein gängiges Verfahren bei der häuslichen Bereitung von Fruchtweinen.

Als önologisches Verfahren und Marketinginstrument zur Differenzierung nutzen Weingüter die Wert auf terroir legen ebenfalls oft die Spontangärung. Bei der Goseherstellung ist sie heute noch im Brauereiwesen in Deutschland zu finden, sowie bei der Erzeugung von belgischen Bierspezialitäten wie Lambic oder Gueuze.

Bis in die 1970er Jahre war Wein meist noch das Produkt einer spontanen Gärung. In alten Weinfachbüchern ist schon von Hefeansätzen Rasse Burgund, „Bingen-Scharlachberg“, „Zeltingen“ oder Geisenheim zu lesen. Ins Abseits brachte erst die großtechnische Erzeugung von Trockenhefe in Reinzucht die bis dahin weit verbreitete Spontangärung. Mittles Gefriertrockung bzw. schonender Trockung konnte die Reinzuchthefe realisiert werden. Mittlerweile ist jedoch eine Besinnung erkennbar, welche die natürliche Hefeflora des Standorts sowie den Terroir-Gedanken bestärkt. Somit wären Einflussfaktoren auf den Beerenhäuten und im Keller sitzenden Hefen charakteristisch für den Standort und gäben dem Produkt Ausdruck.